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mit dem Kanu, Entdekkenswert!

Text und Fotos: Geert van Beurden / Michiel Rotteveel

Historie:

Neues Fahrwasser in Twente.

Der am 8. Februar 1889 auf niederländischem Gebiet fertig gestellte Kanal Almelo- Nordhorn (der deutsche Teil wurde im Jahre 1904 fertig gestellt) war Teil mehrerer Pläne, Twente mit besseren Wasserwegen zu versehen.

Viele Gründe gab es für diese Pläne: die stark gewachsene Textilindustrie, das Fördern von Transportmöglichkeiten für Ackerbauprodukte und Düngemittel in der Region und das Schaffen einer Verbindung mit dem Ruhrgebiet für die Zufuhr von Steinkohle. Aber auch die Versandung der damals üblichen Fahrwege über die Twikkelervaart, Regge, Dinkel, Schipbeek, Overijsselse Vecht und über andere Bäche hat hier mitgespielt. Schuld daran hatten übrigens auch die Schiffer selbst, in dem sie bei Niedrigwasser, Dämme in den Wasserwegen bauten, damit man genügend Fahrwasser für den nächsten Abschnitt bekam...

Als 1876 die Overijsselse Vecht praktisch unbefahrbar geworden war, entschliessen sich die niederländische und preuβische Regierung eine Verbindung zwischen den deutschen und niederländischen Kanälen in Overijssel und Drente zu realisieren, damit die damals wichtige Durchfuhrfunktion der Städte Zwolle und Nordhorn aufrechterhalten bleiben konnte. Die Alte Picardië wurde dazu die erste Verbindung mit der Ems.

Erst Ende 1884 wurde mit dem Graben des Almelo-Nordhorn-Kanals angefangen. Etwa 200 "Polderjungs", die meistens nicht aus Twente selbst kamen, gruben mit dem Spaten den 28 kilometerlangen Kanal, der unten eine Breite von 7,50 Metern und oben eine Breite von 13,90 Metern hatte. Schiffe von maximal 150 Tonnen konnten den Kanal befahren. Weiterhin mussten noch 5 Schleusen, 10 Zugbrücken, wovon 4 aus Stahl, und eine groβe Zahl von Dükern und Durchlasswerken gebaut werden.

Erst 1904 bekommt der Kanal seine heiβ ersehnte Verbindung mit dem deutschen Kanalsystem und war erst recht die Rede von einem Kanal Almelo- Nordhorn, der dann 33 Kilometer lang war.

Funktion des Kanals von der neuen Infrastruktur eingeholt.

Einige Jahre später jedoch wurden Pläne entwickelt für bessere Schifffahrtverbindungen in und auβerhalb von Twente, die zur Realisation der Twentekanäle führten. Diese waren geeignet für viel gröβere Schiffe als 150 Tonnen. Auβerdem waren mittlerweile auch bessere Straβen und Eisenbahnen gebaut worden. Namentlich die neue Eisenbahnverbindung Almelo-Salzbergen und der 1938 fertig gestellte Zijtak Almelo (Seitenkanal Almelo) der Twente-Kanäle, waren Ursache dafür, dass die Bedeutung des Almelo-Nordhorn-Kanals schon bald nach der Realisierung als Transportweg für Twente stark an Wichtigkeit verlor. Der Kanal wurde vor und nach dem Zweiten Weltkrieg hauptsächlich noch einige Zeit von einigen Torfschiffern gebraucht. Als dann in den fünfziger Jahren der Zijtak Almelo ganz nach Almelo verlängert wurde und eine Fahrverbindung zwischen dem Twentekanaal und dem Overijsselskanaal zustande kam, wird die überflüssig gewordene Schiffahrtverbindung zwischen Almelo und Nordhorn im Jahre 1960 geschlossen.

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Heutiger Zustand.

Die Realisierung des Kanals ist dann zwar in wirtschaftlichem Sinne misslungen, mittlerweile ist er wohl zu einem ausgedehnten Naturdenkmal mit einem groβen botanischen Reichtum ausgewachsen. Um 300 verschiedene Pflanzenarten bevölkern die Ufer des Kanals, fast ein Viertel der niederländischen Flora! Der Kanal hat dadurch mittlerweile eine groβe landschaftliche Bedeutung und durch den gewachsenen Erholungsbedarf in der unmittelbaren Umgebung auch eine Bedeutung als Erholungsgebiet bekommen. Rechnet man dazu die vielen (manchmal einzigartigen) historischen Denkmäler, wie die gusseisernen Brücken, die ursprünglichen Schleusen und Brückenwärterhäuser und das kleine Schleusenhaus bei Denekamp, dann handelt es sich hier um ein wichtiges industrielles Erbgut mit vielen Möglichkeiten im Bereich der Erholung und des Fremdenverkehrs.

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Flora und Fauna.

Neben dem groβen landschaftlichen und kulturhistorischen Wert, hat der Kanal an manchen Stellen auch eine wichtige naturwissenschaftliche Bedeutung. Der Kanal durchschneidet zehn verschiedene Bodenarten, die den Ufern eine abwechslungsreiche Vegetation verschaffen. Auch die Abwechslung von nahrungsreichen und nahrungsarmen Bodenarten, das sehr gleichmäβige Mikroklima mancher Südufer und das extreme Mikroklima der Nordufer spielen dabei eine groβe Rolle. Vor allem an der Stelle, wo das Kanal die Naturgebiete Agelerbroek, Oude Broek und Volterbroek durchschneidet, gibt es ein Paradies für Liebhaber von Wildpflanzen. Obwohl der Reichtum von allem seltenen Pflanzen in letzter Zeit abgenommen hat, gibt es dennoch etwa 300 Pflanzenarten, fast ein Viertel der Niederländischen Flora, darunter viele seltene Pflanzen, wie z.B. der Ehrenpreis, die Orchis, der Frauenmantel, das Labkraut und die Steinnelke. Vor allem im Juni und Juli ist der Kanalufer eine bunt gefärbte Augenweide.

Der Vogelbestand am Kanal ist weniger spektakulär als die Flora. Dennoch können aufmerksame Kanuten die vielen Vogelarten genieβen. Meistens leben sie in den Wäldern am Kanal, wie der Specht, die Gebirgsstelze, der Bussard, der Sperber, der Habicht und der Kuckuck. Und wenn es wirklich ruhig ist, könnten Sie sogar dem Eisvogel begegnen.

Obwohl der Rotary von Ootmarsum am Kanal bei Denekamp einige Angelstege hat bauen lassen, ursprünglich für behinderte Angler, ist das Wasser fischarm. Der Fischbestand besteht hauptsächlich aus Hecht, Barsch, Weiβfisch, Plötze und Blei.

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Neue Entwicklungen.

Die vielen kulturhistorischen und landschaftlichen Elemente des Kanals haben dazu geführt, dass die Arbeitsgruppe "Water" der "Stichting Cultuurhistorische Evenementen Almelo (CHE)", sich darum bemüht, den Kanal Almelo-Nordhorn als Rückgrat in der Entwicklung eines etwa 3000 Hektar grossen Erholungsgebietes auf beiden Seiten des Kanals darzustellen.

Dazu kamen im Auftrag der CHé-Arbeitsgruppe "Water" zwei interessante Berichte zustande, nämlich "Kanaal Almelo-Nordhorn, een kanaal met toekomst" und "Driedubbel pleidooi voor vorming cultuurhistorisch landschapspark kanaal Almelo-Nordhorn", beide von Mitarbeitern der Universität Twente verfasst.

Auβerdem steht man mit den so genannten "Kanalgemeinden" Almelo, Dinkelland und Tubbergen, mit dem Wasserwirtschaftsverband Regge en Dinkel, dem Eigentümer des Kanals, mit der Provinz Overijssel (Eigentümer der Ufer und Sandwege und in Bezug auf den Entwicklungsplan) und mit Belvedère, ein Institut, das unser industrielles Erbgut beschützt, in Verhandlung.

Durch Mithilfe der Arbeitsgruppe "Water", ist das wiederbefahrbarmachen des Kanals in die Arbeit "Kanalvisie wente/Grafschaf Bentheim" aufgenommen worden. Sie wird im Auftrag der "Regio Twente" und des "Landkreises Grafschaft Bentheim" ausgeführt. Auch der ANWB (der holländische ADAC) ist am Projekt beteiligt, wie auch der "Verein Graf Ship" in Nordhorn. Dieser Verein setzt sich für das befahrbar machen der alten Moorkanäle in der Grafschaft Bentheim ein, wodurch neue Möglichkeiten für überregionale Tourfahrt entstehen.

Der Kanal Almelo-Nordhorn ist dabei unentbehrlich.

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Literaturverzeichnis:
Goïnga, Kl., "100 jaar kanaal Almelo-Nordhorn", 1989;
Provincie Overijssel, "De botanische waarden van het kanaal Almelo-Nordhorn", 2002;
De in de tekst genoemde rapportages/onderzoeken:
Werkgroep Water CHE, "Kanotochten in de heerlijkheid Almelo en omstreken", 2004.